Warnzeichen einer seltenen, gefährlichen Komplikation des Grippetyps H1N1
Die meisten Menschen, die sich im Jahr 2009 mit dem H1N1-Grippevirus infizierten und an der Neuen Grippe (auch Schweinegrippe genannt) erkrankten, bekamen nur leichte Beschwerden und erholten sich innerhalb einer Woche, ohne dass sie ärztliche Hilfe benötigten.
Nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkrankte jedoch eine kleine Zahl ansonsten gesunder Menschen an einer schweren Form der Neuen Grippe, die gefährlich werden kann. Typischerweise waren diese Menschen relativ jung - meist unter 50 Jahren.
Bei einem schweren Verlauf benötigt die erkrankte Person so schnell wie möglich eine ärztliche Behandlung. Daher empfiehlt die WHO, auf folgende Warnzeichen zu achten, wenn man an einer Virus-Grippe erkrankt ist:
- Kurzatmigkeit, entweder bei Anstrengung oder in Ruhe
- Atembeschwerden
- Bläuliche Verfärbung der Lippen oder der Haut
- Blutiger oder verfärbter Auswurf
- Brustschmerzen
- Bewusstseinsveränderungen
- Hohes Fieber, das länger als drei Tage anhält
- Niedriger Blutdruck
Bei Kindern gehören zu den Warnzeichen auch:
- Schnelles oder erschwertes Atmen
- Teilnahmslosigkeit
- Schwierigkeiten beim Aufwecken und
- Wenig oder keine Lust zum Spielen
Auffällig ist die Tatsache, dass schwangere Frauen durchweg mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an der schweren Form der Schweinegrippe erkrankten. Dieses Phänomen kann man bis jetzt nicht im Detail erklären.
Laut Robert Koch-Institut sind im Winter 2009 in Deutschland ungefähr 1 von 100.000 Einwohner wegen einer H1N1-Virus-Infektion im Krankenhaus aufgenommen worden. Allerdings waren nicht alle stationär aufgenommenen Menschen auch schwer erkrankt. Kanadische Gesundheitsdaten geben einen genaueren Anhaltspunkt zur Häufigkeit einer schweren Verlaufsform: Demnach waren weniger als ein Drittel der im Krankenhaus eingewiesenen Patienten tatsächlich so schwer an der Neuen Grippe erkrankt, dass sie auf einer Intensivstation behandelt werden mussten.
Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
- Erstellt am: 03. August 2009 17:19
- Letzte Aktualisierung: 28. Mai 2010 13:35
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- Quellen:
Jamieson DJ, Honein MA, Rasmussen SA, Williams JL, Swerdlow DL et al, the Novel Influenza A (H1N1) Pregnancy Working Group. H1N1 2009 influenza virus infection during pregnancy in the USA. Lancet Online. 29. Juli 2009. [Lancet-Zusammenfassung]
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Robert Koch-Institut. Impfung gegen die Neue Influenza A (H1N1). Erneute Bewertung der Daten am 24.11.2009. Epidemiologisches Bulletin 2009; 50: 513-519. [Volltext]
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