Übelkeit in der Schwangerschaft: Könnte Ingwer helfen, die Beschwerden zu lindern, und was sind seine Nebenwirkungen?

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Einige Studien haben gezeigt, dass Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft abnehmen, wenn Frauen viermal täglich Ingwerpräparate einnehmen. Unerwünschte Wirkungen auf das Kind wurden nicht festgestellt. Um sich auf die Sicherheit der Präparate in der Frühschwangerschaft verlassen zu können, sind jedoch Studien mit einer größeren Anzahl von Schwangeren nötig.

In der Frühschwangerschaft sind Übelkeit und Erbrechen sehr häufige Probleme: Fast drei Viertel aller Frauen sind in den ersten Monaten der Schwangerschaft davon betroffen. Auch wenn man von Morgenübelkeit spricht und die Beschwerden tatsächlich morgens oft am stärksten sind, kann die Übelkeit auch den ganzen Tag andauern.

Gewöhnlich klingt die Morgenübelkeit gegen Ende der 16. Schwangerschaftswoche ab. Ein oder 2 von jeweils 10 Frauen begleitet sie jedoch auch in der weiteren Schwangerschaft. Die Übelkeit ist nicht nur deshalb ein Problem, weil die Schwangeren sich so unwohl fühlen, sondern auch weil es ihnen schwer fallen kann, sich ausreichend und gesund zu ernähren, wenn ihnen häufig schlecht ist und sie erbrechen müssen.

Es ist nicht mit Sicherheit bekannt, warum eine Schwangerschaft so oft mit Übelkeit einhergeht. Einer Theorie zufolge hängt dies mit dem Schwangerschaftshormon hCG (humanes Choriongonadotropin) zusammen, das von der Plazenta produziert wird.

Normalerweise werden Medikamente nicht an Frauen in der Frühschwangerschaft getestet, aus Sorge, dass das ungeborene Kind geschädigt werden könnte. Gegen Übelkeit in der Schwangerschaft kommen aber Antihistaminika und Vitamin B6 (Pyridoxin) zum Einsatz; man geht davon aus, dass sie dem Embryo nicht schaden.

Die meisten Frauen versuchen aber, ihre Übelkeit ohne die Einnahme von Medikamenten in den Griff zu bekommen. Der häufigste Rat ist, Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, etwa in Form von Toast, Keksen oder Bananen. Bislang liegen keine hochwertigen Studien vor, die verschiedene Diäten daraufhin untersucht haben, ob sie Übelkeit und Erbrechen in der Frühschwangerschaft lindern können.

Manchmal werden auch Akupunktur und Akupressur angewendet, es sind jedoch weitere Forschungsarbeiten nötig, um feststellen zu können, ob diese Verfahren sicher und wirksam genug sind. Schwangere probieren auch verschiedene komplementärmedizinische Behandlungen aus, zum Beispiel mit Kamille, Pfefferminz, homöopathischen Mitteln und Präparaten aus Himbeerblättern. Auch diese wurden bislang nicht wissenschaftlich überprüft.

Das einzige komplementärmedizinische Produkt, dessen Wirkung gegen Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft untersucht wurde, ist Ingwer (Zingiber officinale oder Zingiberis rhizoma). Ingwerpräparate gehören zu den am häufigsten angewendeten pflanzlichen Arzneimitteln. Sie werden vor allem als "Antiemetikum", das heißt als Medikament gegen Übelkeit und Erbrechen, eingesetzt.

Wissenschaftlerinnen und Wisschaftler aus Italien und England haben nach Studien über die Anwendung von Ingwer in der Schwangerschaft gesucht, um herauszufinden, ob dieses Präparat Übelkeit und Erbrechen wirksam lindern kann oder nicht. Nach einer umfassenden Literatursuche fanden sie 6 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 675 Teilnehmerinnen. Die Studien wurden in Australien, Thailand, Kanada und Dänemark durchgeführt.

In diesen Studien nahm jeweils eine Gruppe von Schwangeren Ingwer ein und eine Vergleichsgruppe entweder ein Placebo (4 Studien) oder Vitamin B6 (2 Studien). Die häufigste Dosierung betrug in diesen Studien viermal täglich 250 mg. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berichteten, dass die Qualität der 4 placebokontrollierten Untersuchungen trotz geringer Studiengröße und mehreren Unterschieden zwischen den Studien ausreichte, um einige vorsichtige Schlussfolgerungen ziehen zu können.

Die Ergebnisse legen nahe, dass Ingwer helfen kann, Übelkeit und Erbrechen zu lindern - auch wenn es nicht möglich war abzuschätzen, wie viel Erleichterung eine Schwangere von der Einnahme eines Ingwerpräparates erwarten könnte. Diese Studien haben keine unerwünschten Wirkungen auf das Kind festgestellt. Insgesamt reichen die Forschungsarbeiten zur Anwendung von Ingwer bei schwangeren Frauen allerdings noch nicht aus, um sichergehen zu können, dass die Präparate unschädlich sind. Ingwerpräparate können Sodbrennen verursachen. Die Anwendung von Ingwertee oder eine Erhöhung der Ingwermenge in der Nahrung wurde in den Studien nicht untersucht.

  • Erstellt am: 14. März 2008 06:31
  • Letzte Aktualisierung: 14. März 2008 06:46
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  • Quelle:

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