Regelschmerzen: Was sind die Vor- und Nachteile entzündungshemmender Schmerzmittel?
Regel- oder Menstruationsschmerzen oder -krämpfe (Dysmenorrhoe) sind ein weit verbreitetes Problem, das fast die Hälfte aller Frauen betrifft. Manche Frauen haben so starke Regelschmerzen, dass sie jeden Monat für ein bis drei Tage außerstande sind, ihre Alltagsaktivitäten zu erledigen, zur Arbeit oder in die Schule zu gehen.
Regelschmerzen können schon einige Stunden vor Beginn der Monatsblutung einsetzen. Bei Frauen, die schmerzhafte Menstruationskrämpfe haben, produziert das Gewebe der Gebärmutter zu viel von dem Hormon Prostaglandin. Manchmal entstehen Menstruationsschmerzen im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen, wie zum Beispiel einer Endometriose, bei der Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter wächst.
Gegen Regelschmerzen werden häufig so genannte nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAR) eingesetzt, wie zum Beispiel die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen. Diese Medikamente lindern Krämpfe, indem sie die Prostaglandinproduktion verringern. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen von NSAR sind Magenbeschwerden, gelegentlich auch Kopfschmerz, Übelkeit und Erbrechen.
Um festzustellen, ob NSAR Regelschmerzen lindern können, suchten Wissenschaftlerinnen der Cochrane Collaboration nach klinischen Studien, die diese Medikamente mit anderen Behandlungsformen, mit der Einnahme von Plazebos (Präparate ohne Wirkstoff) oder untereinander verglichen. Die Wissenschaftlerinnen fanden 63 aussagekräftige Studien, an denen mehr als 4000 Frauen im Alter von 12 bis 47 Jahren teilgenommen hatten. Zwei dieser Studien verglichen ein NSAR mit Paracetamol (Acetaminophen), eine Studie NSAR mit Paracetamol sowie Plazebo, 47 Studien NSAR mit Plazebo sowie 14 Studien verschiedene NSAR miteinander.
Unterleibsschmerzen treten häufig auch bei Frauen mit Endometriose oder Eierstockzysten auf. An den berücksichtigten Studien hatten Frauen mit und ohne Endometriose teilgenommen.
Um herauszufinden, ob die NSAR-Behandlungen Regelschmerzen lindern können, untersuchten die Wissenschaftlerinnen ihren Effekt auf die Schmerzen, ob zusätzliche Medikamente nötig waren und wie sich die Therapie auf die Lebensqualität der Frauen auswirkten. Um die Sicherheit der Behandlungen zu prüfen, berücksichtigten sie die Berichte über unerwünschte Wirkungen in den Studien.
Die Studien zeigten, dass NSAR Regelschmerzen effektiver lindern konnten als Plazebo. So waren nur 3 von 10 Frauen (30 %), die Naproxen genommen hatten, wegen ihrer Schmerzen außerstande, zur Arbeit oder zur Schule zu gehen. Bei den Frauen, die Plazebos bekamen, waren es fast 7 von 10 (67 %). Drei von 10 Frauen (27 %), die NSAR einnahmen, benötigten zudem weniger zusätzliche Schmerzmittel. In der Plazebogruppe waren es dagegen mehr als die Hälfte (54 %) der Frauen. Im Vergleich zu Plazebo und Paracetamol traten einige leichte unerwünschte Wirkungen auf. Dies betraf allerdings pro 100 Frauen nur zwei Frauen mehr als in den Vergleichsgruppen. Die Daten aus den Studien reichten nicht aus, um beurteilen zu können, ob bestimmte NSAR wirksamer sind als andere, oder wie NSAR im Vergleich zu Paracetamol wirken.
- Erstellt am: 16. November 2007 15:24
- Letzte Aktualisierung: 20. November 2007 13:38
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- Quelle: Marjoribanks J, Proctor ML, Farquhar C. Nonsteroidal anti-inflammatory drugs for primary dysmenorrhoea. Cochrane Database of Systematic Reviews 2003, Issue 4. [Cochrane-Zusammenfassung]
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