Prämenstruelles Syndrom: Können Nahrungsergänzungsmittel helfen, die Beschwerden zu lindern?

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Kalzium und Vitamin B6 (Pyridoxin) können möglicherweise Stimmungsschwankungen, Brustspannen und andere Beschwerden lindern, mit denen manche Frauen regelmäßig in den Tagen vor ihrer Menstruation zu tun haben.

Als prämenstruelles Syndrom (PMS) bezeichnet man ein Bündel aus körperlichen und psychischen Beschwerden, die etwa eine Woche bis 10 Tage vor Einsetzen der Periode (Menstruation) auftreten können. Häufige Symptome sind zum Beispiel Spannungsgefühle in den Brüsten und im Unterbauch sowie Kopfschmerzen. Viele Frauen fühlen sich an den "Tagen vor den Tagen" deprimiert, gereizt, müde und unkonzentriert.

PMS-Beschwerden klingen nach Beginn der Menstruation meist wieder ab. Sie können manchmal aber auch noch über einige Tage der Periode andauern. Fast alle Frauen haben von Zeit zu Zeit mehr oder weniger starke PMS-Symptome. Bei etwa 5 von 100 Frauen (5 %) treten jedoch regelmäßig starke Beschwerden auf, die ihren Alltag empfindlich stören können.

Die genauen Ursachen für das PMS sind unbekannt. Vermutlich spielen Hormone und andere Substanzen eine Rolle. Frauen mit PMS haben nicht unbedingt einen anormalen Hormonspiegel. Wahrscheinlich reagiert ihr Körper nur empfindlicher auf die Hormone. Häufig wird versucht, PMS-typische Symptome mit hormonellen Mitteln zu lindern, die die Hormonproduktion und den Monatszyklus unterdrücken. Andere herkömmliche Behandlungsmethoden sind die Einnahme entwässernder Medikamente (Diuretika), von Schmerzmitteln oder Mitteln gegen Depressionen.

All diese Medikamente können unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Dies ist einer der Gründe, weshalb viele Frauen komplementärmedizinische Produkte, wie pflanzliche Wirkstoffe oder Nahrungsergänzungsmittel, ausprobieren. Manche Frauen finden auch körperliche Bewegung hilfreich, andere wenden Entspannungstechniken an.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Leeds (GB) haben Studien zur Wirkung von pflanzlichen und Nahrungsergänzungsmitteln bei PMS analysiert, um herauszufinden, welche Produkte tatsächlich helfen könnten. Sie suchten nach aussagekräftigen, guten Studien mit Teilnehmerinnen, deren PMS verlässlich diagnostiziert wurde. So war sichergestellt, dass die Beschwerden nicht durch eine Depression oder Angststörung ausgelöst wurden.

Sie fanden 26 randomisierte kontrollierte Studien, darunter Studien zu Kalziumpräparaten, Vitamin B6 (Pyridoxin), Magnesium, Nachtkerzenöl, Mönchspfeffer (Vitex agnus castus), Johanniskraut und Ginkgo biloba. Die teilnehmenden Frauen hatten die Wirkung eines Behandlungsverfahrens täglich während mindestens eines Monatszyklus ausprobiert.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass Kalziumpräparate PMS-Beschwerden möglicherweise lindern können. An den Studien zu Kalzium nahmen über 1000 Frauen teil. Sie hatten während mindestens drei Monatszyklen zweimal täglich zwischen 750 und 1000 mg Kalzium eingenommen.

Die Studien zu Vitamin B6 (Pyridoxin) schlossen über 1600 Frauen mit PMS ein. Auch diese Mittel halfen, die Beschwerden zu lindern. Die Forscherinnen und Forscher zogen den Schluss, dass eine Dosis von regelmäßig etwa 50 bis 100 mg pro Tag die PMS-Symptome vermutlich lindern kann.

Bei beiden Behandlungen müssen die Frauen die Präparate während des ganzen Monats einnehmen - nicht nur, wenn ihre Periode bevorsteht. Ob eine kontinuierliche Einnahme dieser Mittel mit unerwünschten Wirkungen verbunden ist, wurde in anderen Forschungsarbeiten untersucht. Demnach löst Pyridoxin manchmal eine Nervenstörung aus ("periphere Neuropathie"), die zu Schmerzen in den Beinen führen kann. Über unerwünschte Wirkungen von Kalziumpräparaten sagen diese Studien allerdings nichts aus.

Für keins der anderen pflanzlichen Präparate oder Nahrungsergänzungsmittel wurde bisher durch Studien belegt, dass sie helfen können, PMS-Beschwerden zu lindern. Die Studien zu Magnesium und Nachtkerzenöl zeigten widersprüchliche Ergebnisse. Insgesamt sind mehr und verlässlichere Forschungsarbeiten nötig, um Aussagen über die Wirkung der anderen bereits untersuchten Mittel treffen zu können.

Mehr Informationen über pflanzliche Mittel und Nahrungsergänzungsmittel können Sie in unserem Merkblatt nachlesen.

  • Erstellt am: 25. Juni 2008 10:39
  • Letzte Aktualisierung: 25. Juni 2008 11:40
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  • Quelle:


    Canning S, Waterman M, Dye L. Dietary supplements and herbal remedies for premenstrual syndrome (PMS): a systematic research review of the evidence for their efficacy. Journal of Reproductive and Infant Psychology 2006; 24: 363-378.

    Kwan I, Onwude JL. Premenstrual syndrome. Clinical Evidence 2007; 12: 806.

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