Merkblatt: Was man gegen die Angst vor einer Operation tun kann

Operationen können die Gesundheit wiederherstellen und lebensrettend sein. Trotzdem hat wohl jeder zumindest ein mulmiges Gefühl, wenn ein Eingriff bevorsteht. Gerade während der letzten ein oder zwei Tage, die man oft zur Vorbereitung auf die Operationen im Krankenhaus verbringt, ist es eine ganz normale Reaktion, Angst zu haben. Heute werden Operationen zunehmend auch ambulant durchgeführt. Dazu kommen Patienten erst kurz vor der Operation in eine Tagesklinik und gehen wenige Stunden nach dem Eingriff wieder nach Hause.

Ist es normal, Angst zu haben?


Angst ist eine natürliche Reaktion. Schließlich stecken hinter einer Operation viele Ungewissheiten. Gerade wenn es für den Patienten der erste Eingriff ist. Und nicht nur der Patient selbst, sondern auch seine Angehörigen machen sich Sorgen - besonders, wenn ein schwieriger Eingriff geplant oder wenn ein Kind betroffen ist.

Bei großer Angst können unangenehme Symptome auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Herzklopfen, Herzrasen, ein unregelmäßiger Puls, Übelkeit und Schlafstörungen. Manchmal können diese Anzeichen die Angst noch verstärken, weil sie fälschlicherweise für Warnsignale gehalten werden, dass sich eine Erkrankung verschlimmert. Es sind aber typische Anzeichen der Angst, die oft nur kurze Zeit anhalten.

Wichtig ist deshalb zu wissen, dass Angst den Erfolg einer Operation nicht gefährdet oder das Aufwachen aus der Narkose nicht verzögert.

Angst kann aber dazu führen, dass eine Person nicht alle wichtigen Informationen aufnimmt, zum Beispiel über die Genesung. Diese Gefahr besteht vor allem bei älteren Menschen.

Gibt es Hilfe gegen Ängste vor einer Operation?


Menschen reagieren ganz unterschiedlich, wenn sie Angst haben und Stress empfinden. In wissenschaftlichen Studien ist die Wirksamkeit von verschiedenen Maßnahmen zum Umgang mit Ängsten vor einer Operation untersucht worden. Zu diesen zählen:

  • Aufklärung und Information über die geplante Operation
  • Musik
  • Beruhigungsmedikamente

Das Ergebnis dieser Studien lautet bislang: Ein Patentrezept gegen die Angst gibt es nicht. Es gibt kaum wissenschaftliche Vergleiche, was zuverlässig hilft und was nicht, die Erforschung von Strategien gegen die Angst vor Operationen steht noch am Anfang. Viele Menschen haben für sich selbst aber bereits festgestellt, was ihnen gegen ihre Ängste hilft. Wir beschreiben hier einige Ideen und Möglichkeiten, aus denen man auswählen kann, wenn man etwas gegen seine Angst tun will.

Information

Wichtig ist die Information über die geplante Operation. Unwissenheit führt häufig zu Unsicherheit und Angst. Die meisten Menschen möchten aufgeklärt werden. Informationen können durch Vorträge, Einzelberatung, Broschüren oder Bücher, Lernmodule, Filme oder über das Internet vermittelt werden. Viele Patienten wollen wissen, was sie sehen und fühlen werden. Außerdem möchten sie Ratschläge, wie sie mit diesen Erlebnissen umgehen können.

Es gibt zwar einzelne Menschen, bei denen sich durch Aufklärung die Angst vor einer Operation vergrößert. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass sich die Mehrheit nicht ausreichend informiert fühlt. Keine der wissenschaftlichen Studien ergab, dass Information generell die Ängste von Patienten vergrößert.

Techniken zur Entspannung

Bislang wurde keine Entspannungstechnik gründlich genug untersucht, um beurteilen zu können, was wirksam Ängste vor einer Operation abbaut. Für Massage gibt es in anderen Situationen Hinweise, dass sie beim Abbau von Ängsten helfen kann. Ihre Wirkung speziell vor einer Operation ist aber nicht erprobt. Ob andere Entspannungsübungen oder Hypnose vor einer Operation Ängste vermindern können, ist unklar.

Musik

Musik kann auf viele Menschen entspannend und beruhigend wirken, und sie kann positive Erinnerungen wecken. Einige Studien haben ergeben, dass Musik die Angstgefühle von Patienten vor einer Operation etwas vermindert. Die Patienten fühlten sich nach der Operation auch weniger müde, und sie benötigten weniger Schmerzmedikamente.

Medikamente

Darüber hinaus stehen für die Nacht vor der Operation unterschiedliche Beruhigungs- und Schlafmittel zur Verfügung, die aber Nebenwirkungen haben können. Wenn sie niedrig dosiert sind, behindern sie nach der Auswertung wissenschaftlicher Studien aber nicht den Erholungsprozess nach der Operation. Deshalb gibt es keinen Grund, vor ambulanten Operationen auf Angst lösende Medikamente zu verzichten.

Welche Hilfen gibt es für Kinder und Eltern?

Viele Operationen an Kindern werden heutzutage ambulant durchgeführt. Eltern dürfen dann in der Regel bis zur Einleitung der Narkose bei ihrem Kind bleiben und sind auch beim Aufwachen an seiner Seite. Mit der Anwesenheit eines Elternteils oder einer Bezugsperson ist bereits ein wesentlicher Anlass für Angst entschärft.

Eltern können auch im Vorfeld versuchen, ihrem Kind die Angst etwas zu nehmen. Kinder können zum Beispiel durch Vorlesen, Erzählen, Theater- oder Puppenspiele oder Malen auf die Abläufe und Geräte in einem Krankenhaus oder auf Aspekte der Operation vorbereitet werden.

  • Erstellt am: 14. Februar 2006 10:00
  • Letzte Aktualisierung: 14. Februar 2006 10:00

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