Merkblatt: Typ-2-Diabetes und Medikamente
Mit einem Typ-2-Diabetes haben Sie ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle, besonders wenn Sie zusätzlich einen Bluthochdruck (Hypertonie) haben. Möglicherweise haben Sie Probleme mit den Füßen, Augen oder den Nieren. Je nachdem wie alt Sie sind, welche Gesundheitsprobleme Sie haben und unter welchen Lebensbedingungen Sie mit Ihrem Diabetes zurechtkommen müssen, könnten unterschiedliche Medikamente und Blutzuckerzielwerte für Sie wichtig sein.
Doch unabhängig davon, welche Behandlung Sie anwenden, liegt der Schlüssel für die Beherrschung Ihres Diabetes darin, dass Sie die Erkrankung gut verstehen und wissen, was Sie selbst zum Schutz Ihrer Gesundheit tun können. Wichtig ist auch die Unterstützung einer Ärztin oder eines Arztes und eines Teams von Fachleuten, zum Beispiel aus der Diabetes- und Ernährungsberatung sowie aus der Fußpflege. Sie alle arbeiten im Idealfall eng mit Ihnen zusammen, um Ihren persönlichen Gesundheitszustand zu berücksichtigen und die benötigten Medikamente auf Sie abzustimmen. In diesem Merkblatt erklären wir, welche unterschiedlichen Medikamente beim Typ-2-Diabetes häufig eingesetzt werden.
Was versteht man unter einem Typ-2-Diabetes?
Diabetes ist eine Stoffwechselkrankheit. Der Stoffwechsel ist das körpereigene System zur Umwandlung unserer Nahrung in Energie, die der Körper verwerten kann. Um richtig funktionieren zu können, braucht unser Stoffwechsel unter anderem Insulin.
Insulin ist ein Hormon oder chemischer Botenstoff, der im Körper wie ein Schlüssel fungiert. Es bewirkt, dass das Gewebe und die Zellen den Blutzucker aufnehmen können. Wenn der Insulinstoffwechsel gestört ist, kann der Zucker (Glukose) im Blut nicht richtig verwertet werden. Als Folge davon steigt der Zuckerspiegel im Blut an. Einen zu hohen Blutzuckerspiegel bezeichnet man als Hyperglykämie.
Es gibt zwei Haupttypen des Diabetes. Beim Typ-1-Diabetes kann der Körper meist kein Insulin mehr herstellen. Da die Erkrankung zumeist schon im Kindes- oder Jugendalter auftritt, sprach man früher von einem "juvenilen" oder Jugenddiabetes. Zu einem Typ-1-Diabetes kommt es, weil die Bauchspeicheldrüse geschädigt ist und kein oder deutlich zu wenig Insulin produziert.
Anders verhält es sich beim Typ-2-Diabetes, umgangssprachlich auch "Altersdiabetes" genannt. Hier produziert die Bauchspeicheldrüse zunächst zwar noch relativ viel Insulin, es ist aber für den Bedarf zu wenig, da es an den Geweben und Zellen des Körpers nicht mehr richtig wirkt. Der medizinische Fachbegriff dafür lautet "Insulinresistenz". Wie sie entsteht, ist unklar. Es ist zwar sicher, dass Übergewicht und zu wenig körperliche Bewegung dazu beitragen, man weiß aber nicht ganz genau, warum dies so ist.
Mehr über Insulin, den Stoffwechsel und wie beide zusammenwirken, erfahren Sie in unserem Film, Merkblatt und Artikel.
Was kann mein Risiko für Komplikationen des Typ-2-Diabetes senken?
Wenn Sie einen Typ-2-Diabetes haben, kann eine Änderung Ihres Lebensstils Ihrer Gesundheit gut tun und Schäden vorbeugen. Positiv wirkt sich vor allem aus, wenn Sie das Rauchen aufgeben, Gewicht abnehmen und sich mehr bewegen - dabei zählen schon kleine Fortschritte. Mehr über die Vorteile des Abnehmens und körperlicher Bewegung erfahren Sie hier. Manchen Menschen ist es sogar möglich, ihren Typ-2-Diabetes allein mit solchen Veränderungen ihres Alltags gut in den Griff zu bekommen.
Leider reicht das jedoch nicht immer aus. Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten. Zu diesen sogenannten makrovaskulären Komplikationen des Diabetes gehören Herzinfarkte, Schlaganfälle und Probleme mit der Durchblutung besonders der Beine und Füße ("periphere arterielle Verschlusskrankheit"). "Makrovaskulär" bedeutet, dass die großen Blutgefäße betroffen sind. Das Risiko ist besonders für die Menschen erhöht, die außerdem einen zu hohen Blutdruck haben.
Wenn man über lange Jahre viel zu viel Zucker im Blut hatte, kann dieser die kleinen Blutgefäße in den Augen, Nerven und Nieren schädigen. Dies sind die sogenannten mikrovaskulären Komplikationen des Diabetes. "Mikrovaskulär" bedeutet, dass die kleinen Butgefäße betroffen sind. Die Fachbegriffe dazu lauten Retinopathie (geschädigte Augennetzhaut), Neuropathie (Nervenschädigung) und Nephropathie (Nierenschädigung). Über diese Langzeitrisiken des Typ-2-Diabetes können Sie hier mehr lesen. Je älter Sie sind, umso geringer ist Ihr Risiko für mikrovaskuläre Schäden.
Je nachdem, welche Beschwerden und Erkrankungen Sie haben, kommen unterschiedliche Medikamente gegen verschiedene Risiken und Komplikationen für Sie infrage. Die wichtigsten Arzneimittel, die das Risiko für lebensbedrohliche makrovaskuläre Komplikationen senken können, sind:
- blutdrucksenkende Medikamente (Antihypertensiva) für Menschen mit einem zu hohen Blutdruck. Der Blutdruck vieler älterer Menschen mit Typ-2-Diabetes ist zu hoch;
- niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS; der Wirkstoff, aus dem zum Beispiel Aspirin besteht). Das Mittel wird täglich eingenommen, um das Risiko für Blutgerinnsel zu senken, die Herzinfarkte und Schlaganfälle verursachen können;
- Statine , die den Cholesterinspiegel senken. Eines der Statine, Simvastatin, bewirkt nachweislich, dass weniger Menschen mit Diabetes an einer Herzkrankheit sterben - unabhängig davon, ob ihr Cholesterinspiegel hoch ist oder nicht. Mehr über die Forschung zu verschiedenen Statinen erfahren Sie hier.
All diese Medikamente können unerwünschte Wirkungen haben. Deshalb ist es wichtig, dass Sie die Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen. Das gilt auch für Mittel wie ASS, die Sie ohne Rezept kaufen können.
Wenn Sie eine oder mehr Folgeerkrankungen des Typ-2-Diabetes haben, wie zum Beispiel Schäden an der Augennetzhaut, benötigen Sie möglicherweise weitere Maßnahmen, um diese Erkrankungen gezielt zu behandeln.
Manche Menschen mit Übergewicht und Typ-2-Diabetes versuchen auch, ihr Gewicht mithilfe von Medikamenten zu verringern. Diese Arzneimittel haben jedoch ebenfalls unerwünschte Wirkungen. Wenn Sie auf diese Weise Gewicht verlieren, gibt es keine Garantie dafür, dass dadurch auch Ihr Blutdruck sinkt und andere Risikofaktoren abnehmen. Diese Mittel führen außerdem - im Gegensatz zu einer Umstellung der Lebensweise - meist nicht zu einer dauerhaften Gewichtsabnahme.
Es gibt weitere Medikamente, die bei Typ-2-Diabetes eingesetzt werden und die den langfristigen mikrovaskulären Schäden an Augen und Nieren vorbeugen sollen. Diese Mittel (Antidiabetika) sollen einen zu hohen Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) senken. Wir stellen sie weiter unten vor.
Was bedeutet es, wenn meine Blutzuckerwerte zu hoch sind?
Auch das hängt von Ihrem Alter und Ihrem Gesundheitszustand ab. Wenn man beispielsweise erst um die 40 ist, kann selbst ein nur mäßig erhöhter Blutzuckerspiegel über die Jahre Schäden verursachen. Viele ältere Menschen mit Typ-2-Diabetes haben jedoch einen erhöhten Blutzuckerspiegel, der ihnen keine Beschwerden bereitet und auch langfristig nicht schadet. Bei ihnen stehen oft andere Risikofaktoren im Vordergrund, wie zum Beispiel ein Bluthochdruck, der die Gefahr eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls erhöht.
Andere Menschen haben jedoch Gesundheitsprobleme, die direkt von zu viel Zucker im Blut beeinflusst werden. Dazu können vor allem diabetesbedingte Schäden an der Augennetzhaut und Nierenerkrankungen gehören. Für diese Personen kann es sehr wichtig sein, ihren Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Manchmal ist der Blutzuckerspiegel auch so hoch, dass man ihn nur noch mit Medikamenten in den Griff bekommt.
Einen hohen Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) zu haben bedeutet, dass das Blut zu viel Zucker enthält, der nicht auf normalem Wege in die Zellen gelangen kann. Eine Hyperglykämie kann zahlreiche Beschwerden verursachen, wie Müdigkeit, häufiges Wasserlassen und Durst. Diese Symptome beschreiben wir hier ausführlich.
Kann ein Test sicher anzeigen, ob ich Medikamente zur Blutzuckersenkung nehmen muss?
Wenn Ihr Blutzuckerspiegel so hoch ist, dass er typische Beschwerden verursacht, enthält für gewöhnlich auch Ihr Urin Zucker. Um den Zuckergehalt des Urins zu testen, sind in Deutschland einfach anzuwendende Teststreifen in Arztpraxen und Apotheken erhältlich. Es gibt auch Messverfahren, mit denen Sie den Zuckergehalt in Ihrem Blut testen können. In Diabetes-Schulungen können Sie lernen, wie Sie Ihren Blut- und Ihren Urinzuckergehalt richtig bestimmen können. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind noch dabei, zu untersuchen, welchen Menschen mit Typ-2-Diabetes welche Tests nützen. Wenn es Antworten auf diese Frage gibt, werden wir darüber berichten.
Es ist vollkommen normal, dass der Blutzuckerspiegel im Tagesverlauf schwankt. Er steigt zum Beispiel nach dem Essen an und fällt bei körperlichen Anstrengungen ab. Das ist auch bei Menschen ohne Diabetes der Fall, nur in einem viel geringeren Ausmaß. Wie viel Zucker Ihr Blut enthält, hängt davon ab, was und wie viel Sie essen und wie viel Energie Sie verbrauchen. Um zu prüfen, ob Ihr Blutzuckerspiegel durchschnittlich zu hoch ist, wird der "HbA1c"-Wert im Blut bestimmt (Hämoglobin-A1c-Test). HbA1c ist ein Teil des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin), an dem Glukosemoleküle (Blutzucker) chemisch anhaften können. Der HbA1c-Wert beschreibt den Anteil des mit Zucker verbundenen roten Blutfarbstoffs. Näheres dazu erfahren Sie hier.
Leider kann die HbA1c-Bestimmung von Labor zu Labor unterschiedlich ausfallen. Daher ist Ihr HbA1c-Wert nicht nur von Ihrer durchschnittlichen Blutzuckerhöhe abhängig, sondern auch von dem Labor, das Ihr Blut untersucht. Trotzdem kann man sagen, dass bei Menschen, die keinen Diabetes haben, der HbA1c-Wert meist unter 6 % liegt. Welchen Wert Menschen mit Typ-2-Diabetes bei der Therapie anstreben sollen, ist von vielen Faktoren abhängig und wird von den Fachleuten sehr unterschiedlich beurteilt. Ein HbA1c-Wert über 8 % gilt allerdings den meisten als zu hoch.
Doch welcher Wert auch immer die Zielgröße ist: Sie zu erreichen, hat nicht für jeden Menschen mit Typ-2-Diabetes die gleiche Bedeutung. Manche Betroffene müssen wahrscheinlich Tabletten nehmen, um ihren Zuckerspiegel zu senken. Anderen würde dies nicht viel nützen. In einigen Fällen können sogar HbA1c-Werte, die über 8 % liegen, toleriert werden. Weil Tabletten immer auch unerwünschte Wirkungen haben, ist es wichtig, vor einer Entscheidung über ihren Einsatz den Nutzen und die Risiken für jede Person genau abzuwägen und die Therapieziele festzulegen.
Welche Tablettenarten werden eingesetzt, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren?
Menschen mit Typ-1-Diabetes sind auf Insulinspritzen angewiesen (Insulinpflicht). Wenn Sie einen Typ-2-Diabetes haben und Medikamente brauchen, um Ihren Blutzucker in den Griff zu bekommen, können Sie auch Tabletten nehmen (orale Medikation). Kombinationen mehrerer blutzuckersenkender Tabletten sind ebenfalls möglich. Es ist aber umstritten, ob das nicht mehr schadet als nützt. Oder Sie verwenden Injektionen (gespritzte Mittel) und nehmen zusätzlich Tabletten ein. Welche Injektionen bei Typ-2-Diabetes infrage kommen, erklären wir weiter unten.
Welche Medikamente sich für Sie am besten eignen, hängt unter anderem von Ihrem Gesundheitszustand ab und davon, ob ein Medikament bei Ihnen besser wirkt oder weniger unerwünschte Wirkungen hervorruft als ein anderes. Blutzuckersenkende Medikamente wirken auch nicht bei allen Menschen. Was für Sie am besten ist, kann sich im Laufe der Zeit aber auch ändern. Das bedeutet, dass Sie zusammen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt von Zeit zu Zeit Ihren Gesundheitszustand überprüfen und die Medikamente anpassen müssen, um die bestmöglichen Behandlungsergebnisse zu erzielen.
Weil ein hoher Blutzuckerspiegel das wichtigste Anzeichen für Typ-2-Diabetes ist, kann es logisch erscheinen, als erstes Medikamente zur Blutzuckersenkung einzusetzen. Dies ist aber nicht für alle Menschen mit Typ-2-Diabetes unbedingt nötig. Nur den Blutzuckerspiegel durch Medikamente zu senken, hat bisher keinen großen Einfluss auf die wichtigsten Diabetes-Komplikationen wie Herzkrankheiten und Schlaganfälle gezeigt. Für viele Menschen mit Diabetes - und vor allem für die älteren - sind dies aber die wichtigsten Gesundheitsprobleme.
Blutzuckersenkende Medikamente haben zudem unerwünschte Wirkungen. Von einigen Wirkstoffen ist bekannt, dass sie zum Beispiel Herzprobleme verstärken können. Zur Wirkung neuerer Mittel gibt es noch viele offene Fragen. Um beurteilen zu können, welche Langzeitwirkungen sie haben könnten, ist es noch zu früh.
Zur Behandlung des Typ-2-Diabetes stehen zahlreiche Medikamente zum Einnehmen zur Verfügung. In der Regel sind sie unter verschiedenen Markennamen erhältlich, und möglicherweise sind Ihnen nur diese bekannt. Hier stellen wir die einzelnen Medikamentengruppen unter ihren Wirkstoffnamen (pharmakologischen Namen) vor. Die Wirkstoffnamen finden sich auf den Etiketten und in der Produktinformation, die der Medikamentenpackung beiliegt (Beipackzettel).
Die gebräuchlichsten Medikamente zur Behandlung des Typ-2-Diabetes (Antidiabetika) sind:
- Metformin: Dieser Wirkstoff ist ein schon lange verwendetes Mittel zur Blutzuckersenkung. Metformin verringert die vom Körper hergestellte Glukosemenge. Verglichen mit den Sulfonylharnstoffen sind eine Gewichtszunahme und Unterzuckerungen durch Metformin weniger wahrscheinlich. Besonders auf nüchternen Magen eingenommen, kann es jedoch zu Unwohlsein und Durchfall führen.
- Sulfonylharnstoffe: Zu ihnen zählen unter anderem Präparate wie Glibenclamid und Glimepirid. Auch diese Mittel werden schon lange angewendet; sie helfen Ihrem Körper, mehr Insulin zu produzieren. Manche Menschen nehmen jedoch zu, wenn sie sie einsetzen. Andere reagieren auch allergisch auf Sulfonylharnstoffe.
Neuere Antidiabetika sind:
- Glitazone (oder Thiazolidindione): Diese Mittel bewirken, dass die Körperzellen wieder besser auf das Insulin reagieren. Bei manchen Menschen können sie ernsthafte Herzprobleme verursachen - ein Thema, mit dem sich daher auch zahlreiche Studien beschäftigen.
- Meglitinid-Derivate: Hier unterscheidet man zwei Wirkstoffe: Nateglinid und Repaglinid. Sie steigern die körpereigene Insulinproduktion. Ihre unerwünschten Wirkungen sind noch nicht vollständig bekannt.
- Dipeptidyl-Peptidase-4(DPP-4)-Inhibitoren: DPP-4-Inhibitoren wie Sitagliptin und Vildagliptin regen ebenfalls die Insulinproduktion an. Auch ihre unerwünschten Wirkungen sind noch nicht vollständig bekannt.
Außer den oben aufgelisteten unerwünschten Wirkungen können all diese Mittel dazu führen, dass der Blutzuckerspiegel zu stark abfällt (auch Unterzuckerung oder Hypoglykämie genannt). Dies ist wichtig zu wissen, wenn man diese Medikamente einsetzt - und auch, wie man mit Unterzuckerungs-Zuständen umgeht. Über andere mögliche unerwünschte Wirkungen der Mittel, die Sie einnehmen oder in Betracht ziehen, können Sie sich bei Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, in der Apotheke oder mithilfe des Beipackzettels informieren.
Nur noch recht selten werden Alpha-Glucosidasehemmer bei Typ-2-Diabetes eingesetzt. Der Wirkstoff aus dieser Medikamentengruppe heißt Acarbose. Er hat zahlreiche unerwünschte Wirkungen, insbesondere Blähungen und Durchfall. Seine blutzuckersenkende Wirkung ist vergleichsweise gering.
Derzeit wird in zahlreichen Studien untersucht, welche dieser Medikamente für Menschen mit Typ-2-Diabetes besser geeignet und sicherer sind. Zusammenfassungen der Ergebnisse aus diesen Studien werden wir zu einem späteren Zeitpunkt auf dieser Website veröffentlichen. Sie können sich über unsere Informationen zu Antidiabetika auf dem Laufenden halten, indem Sie hier unseren kostenfreien Newsletter abonnieren.
Welche Injektionen werden bei Typ-2-Diabetes eingesetzt?
Früher waren Injektionen zur Diabetesbehandlung immer gleichbedeutend mit Insulinspritzen unter die Haut (subkutan). Mittlerweile stehen Menschen mit Typ-2-Diabetes aber zwei Arten von Wirkstoffen zur Verfügung: Insulin und Inkretin-Mimetika. Dabei wird Insulin wesentlich häufiger eingesetzt.
Insulin : Es gibt viele verschiedene Arten von Insulin. Alle Menschen mit Typ-1-Diabetes und einige mit Typ-2-Diabetes wenden es an. Auch wenn Insulin bei beiden Diabetesformen eingesetzt wird, bestehen doch häufig Unterschiede in der Art der Anwendung.
Über Insulin und die verschiedenen Insulintypen können Sie hier mehr lesen. Wenn Sie die Anwendung von Insulinanaloga erwägen, einer geringfügig veränderten Form des sogenannten Humaninsulins, erfahren Sie hier Näheres dazu.
Die wichtigste unerwünschte Wirkung von Insulin ist die Hypoglykämie, oft auch als "Hypo" bezeichnet. Sie tritt auf, wenn der Blutzuckerspiegel zu stark abfällt. Zwar lässt sich eine solche Unterzuckerung oft durch einen kleinen Imbiss oder ein zuckerhaltiges Getränk in den Griff bekommen; wenn es aber zu einer schweren Unterzuckerung kommt, sind Medikamente nötig.
Wenn Sie insulinpflichtig sind, müssen Sie den Umgang mit dem Insulin erlernen, Ihren Lebensstil anpassen und zum Bespiel genau wissen, was im Falle einer Hypoglykämie zu tun ist. Das mag zunächst schwierig erscheinen, doch mit ein wenig Übung, Praxis und Unterstützung lernen Menschen mit Diabetes meist sehr gut, wie sie ihren Insulinbedarf am besten regeln. Diabetesschulungen können hier sehr hilfreich sein.
Inkretin-Mimetika: Das einzige Medikament dieser Gruppe heißt Exenatide. Exenatide eignet sich nur für Menschen mit Typ-2-Diabetes und wird nur in Kombination mit anderen Medikamenten eingesetzt. Es erhöht die Insulinproduktion, vermindert die Bildung von Zucker, verlangsamt die Freisetzung von Nahrung aus dem Magen und zügelt den Appetit. Exenatide kann einen erhöhten Blutzuckerspiegel senken und auch ein wenig zur Gewichtsreduktion beitragen. Zu seinen unerwünschten Wirkungen zählen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Weitere Informationen zu Exenatide finden Sie hier.
Muss ich tatsächlich alle diese Medikamente nehmen, und was kann mich bei der Medikamenteneinnahme unterstützen?
Es ist nicht leicht, regelmäßig über lange Zeit Medikamente einzusetzen. Wenn bei Ihnen ein Typ-2-Diabetes festgestellt wurde oder wenn Sie eine weitere chronische Erkrankung haben, werden Sie sich vermutlich nur schwer an den Gedanken gewöhnen können, Ihr Leben lang Medikamente zu benötigen. Besonders wenn man sich gar nicht krank fühlt, kann es schwierig sein, sich zur regelmäßigen Einnahme der Medikamente zu motivieren.
Beim Typ-2-Diabetes können Sie einiges für Ihre Gesundheit tun, ohne dass Sie dazu Medikamente einnehmen müssten. Zum Besten, was Sie für Ihre Gesundheit tun können, zählt zum Beispiel eine wenigstens leichte Gewichtsabnahme. Doch auch das ist leichter gesagt als im Alltag wirklich getan.
Schon etwas mehr körperliche Aktivität kann einen Unterschied ausmachen: Wenn Sie beispielsweise nur ein bisschen öfter zu Fuß gehen, kann sich dies bereits positiv auf Ihre Gesundheit auswirken. Wir haben hier Informationen über Motivationshilfen zum Abnehmen zusammengestellt. Wenn es Sie besonders interessiert, wie Sie es trotz Gesundheitsproblemen wie zum Beispiel Gelenkschmerzen schaffen könnten, sich im Alltag mehr zu bewegen, klicken Sie hier.
Außerdem haben wir Informationen darüber zusammengestellt, wie Sie Ihre Medikamente besser überblicken und handhaben können. Näheres erfahren Sie hier. Wenn es Ihnen schwer fällt, Ihre Medikamente langfristig richtig anzuwenden, können Ihnen verschiedene Unterstützungsmethoden helfen. Dabei haben sich vor allem regelmäßige Arzttermine als hilfreich erwiesen. Besser über Ihre Medikamente Bescheid zu wissen und Ihren Einnahmeplan möglichst einfach zu halten, kann ebenfalls helfen.
Mit dem Typ-2-Diabetes zurechtzukommen und die Erkrankung in den Alltag zu integrieren, kann eine schwierige Herausforderung sein. Wichtig ist es, zu lernen, wie Sie Ihren Blutzuckerspiegel regulieren und mit Ihren Medikamenten umgehen, falls Sie welche benötigen. Wenn Sie darüber gut Bescheid wissen, kann der Umgang mit dem Diabetes zu einem ganz normalen Bestandteil Ihres Alltags werden, der Ihre Lebensfreude nicht beeinträchtigt. Sehr wichtig ist es, dass Sie eine Ärztin oder einen Arzt finden, die oder der Sie gut betreut und sich ausreichend Zeit nimmt, alle Aspekte des Typ-2-Diabetes mit Ihnen zu besprechen. Eine Unterstützungsmöglichkeit könnte es sein, an einem "Disease-Management-Programm" teilzunehmen. Weitere Informationen zu diesen strukturierten Behandlungsangeboten finden Sie hier.
Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
- Erstellt am: 27. August 2008 10:16
- Letzte Aktualisierung: 29. August 2008 15:26
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