Wasser und Geburtswehen: Bringt ein warmes Bad Erleichterung?

Schwangere sitzend
Eine Frau kann ganz nach eigenem Geschmack entscheiden, ob sie vor der Entbindung ein Bad zur Schmerzlinderung nehmen will. Weder dafür noch dagegen gibt es gute wissenschaftliche Argumente.

Eine Reihe von Geburtskliniken bietet werdenden Müttern eine so genannte Wassergeburt an. Meist steht dann im Kreißsaal eine bequeme Badewanne. Der Frau wird die Wahl gelassen, ob und wie lange sie diese "Geburtswanne" nutzen will. Befürworter der Geburtswannen behaupten, dass sie den Frauen Erleichterungen bringen. Das Bad würde Schmerzen lindern und auch Verletzungen im Bereich der Scheide vermeiden helfen. Kritiker haben jedoch die Sorge, dass in Notfällen Zeit verloren gehen könnte, bis eine Frau die Wanne verlassen hat. Außerdem befürchten sie Komplikationen für das Neugeborene, zum Beispiel durch das Einatmen von Wasser.

Um diese Fragen zu beantworten, haben Wissenschaftler die vorhandenen Studien, in denen Geburtswannen erprobt wurden, für eine systematische Auswertung zusammengefasst. Bei der Suche nach passenden Studien stellte sich aber heraus, dass die Vor- und Nachteile einer Geburt im Wasser bislang nicht gut genug untersucht sind, um ein sicheres Urteil abgeben zu können.

Immerhin haben die Wissenschaftler insgesamt acht Studien gefunden, in denen Frauen zwar nicht im Wasser entbunden, sich aber vor der Geburt längere Zeit im Wasser aufgehalten hatten.

Die Ergebnisse deuten an, dass ein Bad für manche Frauen günstige Wirkungen haben kann. Aus einer kleinen Studie lässt sich ablesen, dass ungefähr 2 von 10 Frauen, die vor der Geburt einige Zeit im Wasser verbrachten, die Schmerzen während der Entbindung als weniger stark empfanden. Die Häufigkeit von Dammschnitten oder -rissen verringert sich aber nicht. Auch die Anzahl der Kaiserschnitte oder der Geburten, bei denen Geburtszangen oder andere Instrumente eingesetzt wurden, wurde durch den Aufenthalt im Wasser nicht reduziert.

Den Kindern schien das Bad der Mutter nicht geschadet zu haben. Die Möglichkeit einer Infektion kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Es zeigte sich aber auch, dass Frauen durchaus geteilte Ansichten zu Geburtswannen haben: In einer der Studien hatte sogar die Hälfte der Frauen das angebotene Bad schließlich doch abgelehnt.

  • Erstellt am: 08. März 2006 00:00
  • Letzte Aktualisierung: 16. Januar 2008 16:11
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  • Quelle: Cluett ER, Nikodem VC, McCandlish RE, Burns EE. Immersion in water in pregnancy, labour and birth. Cochrane Database of Systematic Reviews 2003, Issue 4. (Cochrane Database)

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