PDA zur Entbindung: Was spricht dafür oder dagegen, während der Wehen umherzugehen?
Viele Frauen entscheiden sich zur Schmerzlinderung während der Entbindung für eine Periduralanästhesie (PDA). Einzelheiten über die Methode können Sie in unserem Merkblatt nachlesen.
Die PDA lässt sich so niedrig dosieren, dass viele Frauen, die während der ersten Phase der Wehen, der so genannten Eröffnungsphase, nicht liegen wollen, auch aufstehen und etwas umhergehen können. In dieser Geburtsphase dehnt sich der Gebärmutterhals, der Muttermund öffnet sich. Allerdings gibt es unterschiedliche Ansichten über die Vor- und Nachteile, die das Umhergehen während einer PDA haben könnte. Zu den Sorgen gehört, dass eine Frau stürzen oder eine Kreislaufschwäche erleiden könnte. Steht eine Frau während der PDA auf, benötigt sie darum zur Sicherheit grundsätzlich Begleitung.
Auf der anderen Seite gibt es aber die Vermutung, dass Umhergehen die spätere Geburt erleichtern könnte. Einer der Nachteile der PDA besteht nämlich darin, dass sie die zweite Phase der Geburt, die "Austreibungsphase" verlängern kann und am Ende häufiger Geburtszangen oder Saugglocken eingesetzt werden müssen. Manche Hebammen und Ärzte vermuten, dass das eben daran liegt, dass Frauen mit einer PDA häufig flachliegen. Im Liegen wird die Geburt nicht durch das Eigengewicht des Kindes unterstützt, vielleicht sind auch die Wehen nicht so wirksam.
Um besser abschätzen zu können, welche Vor- und Nachteile das Umhergehen mit einer PDA während der ersten Geburtsphase hat, werteten Forscher der Universität Sydney insgesamt fünf Studien mit über 1.100 Frauen systematisch aus. In diesen Studien waren die Frauen in der Eröffnungsphase ermuntert worden, pro Stunde etwa fünf bis 15 Minuten aufzustehen.
Allerdings waren nur wenig konkrete Auswirkungen des Umhergehens feststellbar. Die Geburten wurden insgesamt nicht verkürzt, auch die Häufigkeit von Instrumentengeburten mit Zange oder Saugglocke veränderte sich nicht, wenn die Frauen regelmäßig aufgestanden waren. Keine der Studien berichtete, dass Frauen gestürzt waren. Auch auf die Gesundheit der Kinder hatte das Aufstehen keinen messbaren Einfluss: Die Herztöne während und der Zustand nach der Geburt waren vergleichbar, egal ob die Frauen während der PDA aufgestanden waren oder das Bett nicht verlassen hatten.
Die Frauen waren in beiden Fällen mit der Schmerzlinderung gleich zufrieden. Die Frage, ob Aufstehen etwas daran ändert, wie Frauen insgesamt die Geburt erleben, beantworteten die Studien nicht.
In einer kleinen Studie wurde zusätzlich untersucht, wie viele Frauen während der Geburt Schwierigkeiten mit dem Wasserlassen hatten, sodass ihnen ein Blasenkatheter gelegt werden musste. Danach deutet sich an, dass Umhergehen einigen Frauen einen Katheter ersparen kann.
- Erstellt am: 03. März 2006 19:29
- Letzte Aktualisierung: 15. April 2006 17:14
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Quelle: Roberts CL, Algert CS, Olive E. Impact of first-stage ambulation on mode of delivery among women with epidural analgesia.
Aust NZ J Obstet Gynaecol 2004; 44: 489-494.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/...
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