PDA zur Entbindung: Lieber später mit dem Pressen beginnen?

Vater mit Neugeborenem
Wenn Frauen mit einer Periduralanästhesie (PDA) das Pressen bewusst hinauszögern, hilft das in manchen Fällen komplizierte Instrumentengeburten zu vermeiden. Der Nachteil ist aber, dass die Entbindung im Durchschnitt etwa eine Stunde länger dauert.

Viele Frauen entscheiden sich zur Schmerzlinderung während der Entbindung für eine Periduralanästhesie (PDA). Einzelheiten über die Methode können Sie in unserem Merkblatt nachlesen. Die PDA verhindert zuverlässig Schmerzen, zu den Nachteilen der Methode gehört aber, dass manche Frauen das Gefühl für richtiges Pressen verlieren, so dass häufiger Geburtszangen oder Saugglocken eingesetzt werden. Ein Ratschlag, um den Einsatz der Instrumente vermeiden zu können, lautet, in der Austreibungsphase nicht zu früh mit dem Pressen zu beginnen.

Allerdings ist bislang nicht klar, welches der beste Zeitpunkt zum Beginn des Pressens ist, insbesondere wenn die Frau selbst keinen Drang zum Pressen verspürt. Manche Hebammen und Ärzte raten eher zu frühem Pressen sobald der Muttermund vollständig geöffnet ist. Andere warten deutlich länger, bis sie den Kopf des Kindes sehen können oder wenn sie erkennen, dass sich das Kind nicht mehr von selbst weiter senkt.

Um die Frage zu beantworten, ob es besser ist, eine Frau mit PDA eher früher zum Pressen aufzufordern oder eher später, werteten Wissenschaftler der Universität Sydney neun Studien gemeinsam aus, an denen fast 3.000 Schwangere teilgenommen hatten.

Diese Studien zeigen, dass die Verzögerung des Pressens die zweite Geburtsphase von der vollständigen Öffnung des Muttermundes bis zur Geburt des Kindes um etwa eine Stunde verlängerte. Das lag aber daran, dass die Frauen im Durchschnitt eben eine Stunde später zu pressen begonnen hatten. Auf die Dauer der eigentlichen Pressphase hatte die Entscheidung, später zu pressen, keinen Einfluss: Sie verlängerte oder verkürzte sich nicht. In den Studien wurden die Frauen nicht befragt, wie sie die Geburt insgesamt empfunden haben. Deshalb ist nicht bekannt, ob Frauen es vorziehen, früh zu pressen oder abzuwarten.

Verzögertes Pressen hatte insgesamt keinen spürbaren Einfluss auf die Häufigkeit, mit der Instrumente wie Geburtszange oder Saugglocke eingesetzt werden mussten. Allerdings zeigte sich, dass die Verzögerung des Pressens zumindest die Häufigkeit von komplizierten Instrumentengeburten verringerte, der Unterschied war aber nicht groß. Im Hinblick auf andere Geburtsumstände wie etwa die Häufigkeit von Kaiserschnitten oder den Zustand des Neugeborenen gab es keine klaren Unterschiede, die für oder gegen ein bewusst hinausgezögertes Pressen sprechen.

  • Erstellt am: 03. März 2006 17:37
  • Letzte Aktualisierung: 15. April 2006 16:54
  • Historie: Liste anzeigen
  • Quelle: Roberts CL, Torvaldsen S, Cameron CA, Olive E. Delayed versus early pushing in women with epidural analgesia: a systematic review and meta-analysis.
    BJOG 2004; 111: 1333-1340.

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/...

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