Grauer Star: Operationen in der Tagesklinik oder im Krankenhaus?

Auge mit Brille
Prinzipiell fallen die Ergebnisse der Operation des Grauen Stars (Katarakt) nicht schlechter aus, wenn ein Patient bereits kurz nach der Operation wieder nach Hause gehen kann. Da einzelne Kliniken und Praxen ihre Behandlungsergebnisse bislang nicht veröffentlichen, ist ein direkter Vergleich zwischen Kliniken allerdings nicht möglich.

Bei mehr als einer von zehn Personen über 40 Jahren trübt sich mit dem Alter langsam die Augenlinse ein. Diese Veränderung wird als "Grauer Star" oder "Katarakt" bezeichnet. Die Trübung beeinträchtigt die Sehschärfe, vor allem feine Einzelheiten können nicht mehr klar gesehen werden. Anfangs kann eine Brille helfen - wenn die Augenlinse jedoch zu trübe wird, kann die Sehkraft nur durch eine Operation wiederhergestellt werden.

Katarakt-Operationen gehören zu den häufigsten Eingriffen in Deutschland: Üblicherweise genügt zur Entfernung der trüben Linse ein wenige Millimeter langer Schnitt in der Hornhaut. Durch den wird dann die Linse zertrümmert ("verflüssigt") und durch eine Kanüle abgesaugt. Diese Operation wird auch "Phakoemulsifikation" genannt. Anschließend wird meist eine künstliche Linse eingesetzt, einige Patienten erhalten jedoch eine spezielle Brille oder Kontaktlinsen.

Da der gesamte Eingriff unter örtlicher Betäubung erfolgen kann, hat ein Patient in Deutschland meist die Wahl, ob er sich lieber in ein Krankenhaus einweisen lässt oder eine ambulante Operation bevorzugt, bei der er nach wenigen Stunden wieder nach Hause gehen kann.

Um die Frage zu beantworten, ob ein Patient wegen der schnellen Entlassung schlechtere Operationsergebnisse riskiert, haben Wissenschaftler der Cochrane Collaboration die vorhandenen Studien für eine systematische Auswertung zusammengefasst. Sie fanden zwei Studien mit insgesamt etwa 1.300 Teilnehmern. Die kleinere der beiden Studien war jedoch bereits vor über 20 Jahren abgeschlossen worden, sodass sich die Wissenschaftler vor allem auf die zweite Studien stützten, die vor wenigen Jahren mit 950 Teilnehmern in Spanien stattgefunden hat.

Das Ergebnis: Vier Monate nach dem Eingriff hatten die Patienten eine vergleichbare Sehschärfe, unabhängig davon, ob sie ambulant in einer Tagesklinik oder stationär im Krankenhaus operiert worden waren. Vorübergehende Komplikationen waren zwar bei ambulant operierten Patienten etwas häufiger, sie hatten aber keine Bedeutung für den Operationserfolg.

Da diese Bewertung letztlich nur auf einer Studie beruht, ist es möglich, dass die Operationsergebnisse von Klinik zu Klinik variieren können. In Deutschland ist ein direkter Vergleich zwischen einzelnen Kliniken allerdings nicht möglich, da die Behandlungsergebnisse nicht veröffentlicht werden.

  • Erstellt am: 14. Februar 2006 10:00
  • Letzte Aktualisierung: 16. April 2006 19:56
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