Basedow´sche Erkrankung: Fängt man besser langsam mit der Therapie an?
Ursache der Basedow´schen Krankheit ist ein Irrtum des eigenen Immunsystems. Es stellt Antikörper her, die die Schilddrüse wachsen und zu viele Hormone herstellen lassen. Die übermäßige Hormonproduktion lässt sich durch Medikamente drosseln, die "Thyreostatika" genannt werden. Die Behandlung mit diesen Medikamenten ist allerdings ein Balanceakt. Wenn sie zu niedrig dosiert werden, könnte es häufiger zu Rückfällen kommen. Wenn sie zu hoch dosiert sind, werden Nebenwirkungen zum Problem. Relativ häufig sind allergische Hautreaktionen (Rötungen), selten kommt es zu einer Verminderung bestimmter Abwehrzellen des Immunsystems. Betroffene sind dann anfälliger für Infektionen.
Vor diesem Hintergrund suchen Wissenschaftler nach einem Weg, für jeden Patienten die beste Dosis herauszufinden. Den Stand der Kenntnisse beschreibt eine systematische Auswertung der derzeit vorhandenen zuverlässigen Studien, die Wissenschaftler der Cochrane Collaboration veröffentlicht haben. Die Auswertung zeigte, dass bislang vor allem zwei Behandlungsvarianten der Basedow´schen Erkrankung erprobt werden. Die eine Strategie ist, die Therapie direkt mit einer relativ hohen Dosis zu beginnen. Die Alternative besteht darin, zuerst mit einer niedrigen Dosis anzufangen, die dann über einige Wochen hinweg gesteigert wird.
Was die Nebenwirkungen angeht, zeigen die bisherigen Studien, dass die langsame Erhöhung der Dosis weniger Nebenwirkungen mit sich bringt. Von 100 so behandelten Personen hatten 9 die Behandlung abgebrochen (9 %), bei 5 von 100 entwickelte sich eine Hautallergie (5 %). Zum Vergleich: Von 100 Menschen, die gleich die hohe Dosis erhalten hatten, brachen 16 die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab (16 %), und 10 von 100 entwickelten eine Hautallergie (10 %).
Allerdings reicht das Wissen noch nicht aus, um beurteilen zu können, ob es bei einer dieser beiden Behandlungsvarianten häufiger zu Rückfällen kommt. Generell scheinen Rückfälle nach einer längeren Behandlung über zwölf bis 18 Monate etwas seltener zu sein als nach einer Behandlung über sechs Monate.
- Erstellt am: 14. Februar 2006 10:00
- Letzte Aktualisierung: 16. April 2006 10:16
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Quelle: Abraham P, Avenell A, Watson WA, Park CM, Bevan JS. Antithyroid drug regimen for treating Graves' hyperthyroidism (Cochrane review)
www.mrw.interscience.wiley.com/...
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