Achillessehnenriss: Operation oder Schiene?
Wenn eine gerissene Achillessehne operiert wird, ist die Gefahr eines erneuten Sehnenrisses geringer als nach konservativer Behandlung durch Ruhigstellen. Bei einer Operation muss man aber typische Komplikationsrisiken in Kauf nehmen, wie zum Beispiel Wundinfektionen.
Die Achillessehne verbindet die Wadenmuskulatur mit der Ferse. Sie ist die stärkste Sehne des Körpers. Doch auch sie kann bei Überlastung reißen. Meist passiert das beim Freizeitsport, betroffen sind vor allem Männer zwischen 20 und 40 Jahren. Aber auch bei Stürzen auf einer Treppe oder von einer Leiter kann die Achillessehne reißen.
Zur Behandlung gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Bei so genannten konservativen Verfahren wird das Bein ohne Operation mit einem festen Gipsverband oder einer Funktionsschiene so lange ruhig gestellt, bis der Riss von selbst verheilt ist. Die Alternative ist eine Operation, in der die Enden der gerissenen Sehne wieder miteinander vernäht werden. Bislang geschieht das meist durch einen größeren Hautschnitt, neuerdings erproben einige Kliniken so genannte "minimal-invasive" Operation, bei der die nötigen Instrumente nur durch kleine Hautschnitte eingeführt werden. Auch nach einer Operation muss das Bein ruhig gestellt werden.
Um die Frage zu klären, welche der beiden Alternativen die bessere ist, haben Wissenschaftler der Cochrane Collaboration 14 Studien mit insgesamt fast 1.000 Teilnehmern ausgewertet.
Ein Ergebnis ist, dass eine Operation bessere Aussichten auf eine stabile Achillessehne bietet. Bei 4 von 100 operierten Patienten kam es nach dem Eingriff zu einem erneuten Riss der Sehne (4 %). Zum Vergleich: Unter 100 Nichtoperierten passierte das 13. Allerdings mussten die operierten Patienten dafür Komplikationen wie Wundinfektionen, Verwachsungen oder Taubheit im Bereich der Operationsnarbe in Kauf nehmen, die bei 34 von 100 Operierten auftraten. Möglicherweise können minimal-invasive Operationen die Rate von Wundinfektionen verringern, diese Vermutung ist allerdings noch unbestätigt.
Die Wissenschaftler wollten auch wissen, ob es einen Unterschied ausmacht, ob ein Patient eine Gipsschiene oder eine leichtere Funktionsschiene erhält. Auf die Stabilität der Sehne hatte die Wahl keinen Einfluss. Allerdings konnten Patienten mit einer Funktionsschiene schneller die Klinik verlassen und früher ihre Arbeit und sportlichen Aktivitäten wieder aufnehmen. Auch Komplikationen traten seltener auf.
- Erstellt am: 14. Februar 2006 10:00
- Letzte Aktualisierung: 16. April 2006 19:05
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Quelle:
Khan RJ K, Fick D, Brammar TJ, Crawford J, Parker MJ. Interventions for treating acute Achilles tendon ruptures (Cochrane Review)
http://www.mrw.interscience.wiley.com/...
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